THE QUESTION OF MAIL ART
Guy Bleus, John Held,
Carol Stelser, Friedhelm Schulz
UMBRELLA, P~O. BOX 3692, Glendale, CA, 91221 USA, JUNe 1991
Introduction by John Held
Ich bekam die beiden folgenden Briefe von Guy Bleus und Carol Stetser am
gleichen Tag (März 29, 1991), und sie beinhalten versteckt eine Dichotomie,
d.h. einen ge-gensätzlichen Standpunkt, wie er in der Mail-Art wohl
vorherrscht: Sollte oder sollte Mail-Art nicht im Sinne von Kunst gesammelt und
dokumentiert werden, wo-durch der freie, unbelastete kreative Akt in der
Tradition von DADA verwirrt werden könnte.
Ich habe gelegentlich über Mail-Art geschrieben, und ich nehme Kritik wie die
von Carol Stetser sehr zu Her-zen. Außer der Schreiberei hielt ich eine
Vorlesung zu diesem Thema und habe dazu ein umfangreiches Archiv.
Aktiv war ich immer mit der Intention, daß Mail-Art zur Kunstgeschichte gehört,
und dies tue ich in dem Sinne weiter. Für mich wie für viele andere Leute auf
diesem Planeten, die lange und intensiv innerhalb der Mail-Art aktiv waren, ist
dies wichtig und essentiell.
Wir sehen Mail-Art als etwas, durch das neue Wege geöffnet wurden, in einer
globalen weltweiten Annähe-rung von und über Kunst und Leben zu denken, als ein
Aufbrechen der Grenzen zwischen Künstler und Nicht-künstler ( samt der
Untersuchung, was die jeweilige Defi-nition und/oder Differenz ist).
Ganz zurecht gehört es zur anerkannten Tradition der Avant-garde des 20sten
Jahrhunderts, wenn immer mehr Leute in diesem Medium ausstellen und dabei
gewahr werden, daß der Vorstoß der gegenwärtigen progressiven Kunst nicht die
Vermarktung des Kunstobjektes ist, son-dern die Beseitigung von Grenzen
zwischen Menschen verschiedenster Kulturen., - ein gegenseitiges Verständnis in
dem Sinne, daß wir mehr Gemeinsamkeiten als Unter-schiede besitzen. So ist es
nicht nur in der Praxis des in-ternationalen Mail-Art-Netzwerkes, sondern auch
bei den Beteiligten.
Aber vor allem ist Kunst einfach und simpel Spaß. Mail-Artisten genießen die postalische Begegnung jeden Tag, und wir alle wollen es in dieser Weise bewahren. Und damit kommt die Hauptfrage auf den Punkt, ob sol-che kunsttheoretische Reflexion die Freude an der Mail-Art verdirbt? Ich meine Nein. Mail-Artisten sind ihre ei-genen Sammler, Museumsdirektoren, Archivare und Kri-tiker.
Wir haben uns selbst zu der Alternative zum Hauptstrom gemacht und haben uns
auf einen Parallelkurs eingestellt. Keiner erzählt die Geschichte der Mail-Art
besser als der Mail-Artist.
Wir werden vom Establishment, das aus Kunst Ge-winne macht, ignoriert. Dort
sieht man uns schwach und unwirksam - aber eben bezogen auf Kunst als einem
Sta-tus Quo im Sinne von Bedarfsartikel und Kapitalanlage.
Künstler sagen, daß Grenzen dazu da sind, um über-schritten zu werden. So ist
auch die Grenzlinie von Künstler und Nichtkünstler verschwommen; und derart
verschwommen ist auch der Begriff des Kunstgegenstan-des.
Wer will sich zum Richter machen?
In der Mail-Art partizipieren alle Beteiligten auf dem gleichen Fundament: ein
Progreß basiert nur auf der an-kommenden Energie, durch die man Mail-Art
empfängt, und der abgegebenen Energie, diese zu registrieren und mit
einer Gegenleistung zu beantworten.
Die Essays von Stetser und Bleus vertreten zufällig eine solche Annäherung und
verkapselt zwei divergie-rende Ansichten. Ich glaube an die Korrespondenzen,
die im Briefkasten erscheinen.
John Held Jr.
Carol Stetser,
Wenn Post von einem Mail-Artisten kommt.
Ich habe über meine Reisen rund um die Welt ge-schrieben, aber nie irgend etwas
über meine Erfahrungen mit der Mail-Art. Ich nehme an, weil ich noch immer
Mail-Art mache, - wie Colette irgendwo schreibt: „Du kannst nicht über Liebe
schreiben, wenn du Liebe machst." Aber ich kann erzählen, wie und warum
ich damit began.
Im Juli 1978 rezensierte »Umbrella« mein selbstver-öffentlichtes Fotobuch.
Diese Zeitschrift enthielt eine Menge interessanter Informationen, und ich
unterzeich-nete. Aber ich hatte keine Vorstellung, was die häufigen Hinweise
auf »Mail-Art« bedeuteten.
Bis Januar 1979 wußte ich noch immer nicht, was das bedeutet, aber ich beteiligte mich trotzdem. Die Aufre-gung ist mir noch immer gegenwärtig, als ich eine Post-karte von einem »Marsmenschenschirm« zu der »Umbrella Mail-Art-Show« von Judith Hoffberg ab-schickte. Und als ich den Katalog bekam voll wunderba-rer Bilder mit derart spielerischer Üppigkeit, da klickte es bei mir, und ich wußte, was Mail-Art ist; aber ich konnte es nicht beschreiben.
Zu der Zeit lebte ich in einer umgebauten Nissenhütte, ein ehemaliges Bergarbeiter-Häuschen, in der Kleinstadt Oatman in der Mohave-Wüste. Wildesel wanderten um den Hügel und der Pfad der Coyoten führte vor dem Haus vorbei. Im Sommer hatten wir Klapperschlangen auf der Veranda und Skorpione im Badezimmer. Im Winter froren die Wasserleitungen ein und in der Som-merhiltze schmolz der Ashalt auf der Straße. Die Bevöl-kerung bestand aus 200 zurückgezogenen Menschen und Hirten. Ich hatte kein Telephon und kein Fernsehen. Die nächste Tankstelle war 15 Meilen und der Supermarkt 25 Meilen entfernt. Aber in dieser „authentischen Western-Geisterstadt" gab es eine Post, wo ich für einige Jahre ar-beitete. Und in meinem Postkasten war dann plötzlich Post von überall in der Welt.
In so einer Kleinstadt verbringt man viel Zeit damit, über das Wetter zu
reden, über die Schlaglöcher in der Straße, wer mit wem schläft und wer gestern
betrunken war. Der Klatsch bindet so eine Gemeinschaft und hilft, die Zeit
totzuschlagen. Aber es ist beengt. Meine Korre-spondenz aber war ohne Grenzen.
Mail-Art öffnete mir eine Welt. Sie brachte mir Information, Belebung und
Freundschaft überall her vom ganzen Globus. Dies gab mir Hoffnung und bewahrte
mich davor, so verschroben zu werden wie meine Nachbarn.
Und dazu erfuhr ich die Relevanz meines eigenen Le-bens. Die Kunstarbeiten
nährten mein Hirn, aber die per-sönlichen Mitteilungen mein Herz. Ich liebte
es, Fotos von meinen Mail-Art-Partnern zu bekommen, von deren Familie, deren
Studios, deren Wohnung. Mich interes-sierte ihr Urlaub, ihre Arbeit, ihre
Stimmungen, ihre Nei-gungen und Abneigungen. Letztendlich spürte ich ja, daß
auch die Briefpartner gerne etwas über mein Leben hör-ten. So war ich interessiert
in deren Kunstarbeiten. Mail-Art änderte radikal mein Selbstverständnis wie
auch das von der Welt, die wir ja alle gemeinsam benutzen. So wie derart die
Welt kleiner wurde, so wurde sie zugleich auch offener und freier. Mail-Art ist
Kommunikation unter Freunden. Das ist es, weswegen ich weiter im ewigen
Netzwerk partizipiere.
Carol Stetser 12. Feb. 1991
Auf Leavenworth Jackson's Empfehlung hin schrieb ich diesen Artikel über
meine so in etwa gemachten Erfahrungen mit Mail-Art und schickte eine
Kopie an Chuck Welch für sein Buch.. Aber je mehr ich darüber nachdenke, um so
mehr verwundern mich die Motive, warum sich plötzlich Mail-Artisten drängen,
Kunsthistori-ker zu werden. Diejenigen von uns, die sich im Netzwerk
beteili-gen, wissen ohnehin, warum sie es tun und brauchen keine Defini-tion
der Mail-Art. Wir wissen, was es ist. Wir brauchen keinen Vortrag über seine
Ästhetik zu hören, über die Originalität der Sprache in Mail-Art; über
die Zukunftsentwicklung.
Wieso wird so etwas für Ausstellungen gebraucht? Für wen sind diese Bücher über
Mail-Art? Für mich sieht es so aus, als würde Mail-Art für den Gebrauch auf dem
Kunstmarkt verpackt. Mail-Art verändert sich zu einer Kommödie. Und wir kämpfen
hauptsächlich ja gerade gegen diesen Drift, Kunst zu einer Show zu machen.
Beunruhigt bin ich ebenfalls über die Verbindung von Mail-Art und Feminismus.
Die Teilnahme an Mail-Art ist nur begrenzt von Deiner Möglichkeit, das Porto
für die Post zu zahlen. Mail-Art ist von Natur aus farbenblind und sexblind.
Brauchen wir jetzt Sonderbereiche für Mail-Art und Homosexualität, Mail-Art und
Heteros, Latinos, Schwarze, Tongans, Filipinos?
Heißt Mail-Artist zu sein soviel wie in im Mainstream der Kunstgeschichte
codifiziert und festgelegt zu werden?
Werden die Stars in der Mail-Art uns fragen „Warum gibt es keine
Femail-Künstler?"
Da gibt es ebensoviele Geschichten von Mail-Art wie es Teilnehmer gibt. Wie kann es jemand wagen, eine „Geschichte" der Mail-Art zu schreiben?
Carol Stetser 27. März 1991
THE ADMINISTRATION CENTRE -42,292
1. 1.Archive sind Friedhöfe von Erinnerungen, von Aktivitäten,
Raritäten und Merkwürdigkeiten. Die Ar-chive verwahren die Gegenwart für
die Nachkommen. Das Administration Centre - 42,292 ist ein lebendes
Ar-chiv von »Kommunikationismus« der Postwege plus der Handschrift des
Mail-Art-Netzwerkes. Es basiert auf dem demokratischen Prinzip, daß jedes Stück
solcher Post (Umschläge, Postkarten, Briefe) im sozio-kulturellen Kontext des
Mail-Art-Stromkreises bedeutungsvoll ist. So wird jeder Künstler oder
Nichtkünstler mit gleicher Sorgfalt behandelt. Das Idealziel war und ist das
wahre Geschehen der Mail-Art als Geschichte, indem »alle« erfolgten Eingängen
zu Aktivitäten des Eternal-Network mit eingeordnet werden; Aber natürlich wird
jedes Archiv seine eigene wahre Geschichte erzählen.
2. 1991, die ganze Sammlung umfaßt Arbeiten und/oder Informationen von
(plus-minus) 2000 Networ-kers aus 50 Ländern. Die Einordnung geschieht in
alpha-betischen Ordnern pro Land. Jeder Künstler hat eine oder mehrere
Seitenfächer und/oder Archivboxen (wenn viele Arbeiten vorhanden sind).
Individuelle Nummern beziehen sich auf ein genaues Indexsystem, so daß alles
leicht zu finden ist.
3. Das Administrative Archiv ist unterteilt in ge-trennte Einheiten:
Künstlerbriefmarken, Künstlerbücher, Kunstpapier, Assemblagen, Audio-Art,
Kataloge, Kom-puter-Art, Copy-Art, Fax-Art, Graffiti, Zeitschriften, Mail-Art,
Performences, Postkarten, Poster, Kunstaufkle-ber, Kleinkunstpublikationen,
Video-Art, visual-poetry, ect.
4. Über das Jahr kommen eine Menge Mail-Artisten und Interessierte nach Wellen,
um das Administrations-Centre zu besuchen: Von außerhalb waren das Banana,
Baroni, Bloch, Dudek-Durer, Formentini, Graf Hauffen, Held, Janssen, Olbrich,
Pernecsky, Ruch, Skooter, Stake, Küstermann, Lorenzi, Van der Hoef, Van Dijk,
etc. Ver-schiedene Studenten benutzten die Dokumente des Archivs für ihre
Forschung.
5. Seit der Gründung des Administrations Centre 1978 wurde eine Reihe
Ausstellungen mit Arbeiten für das Archiv an verschiedenen Stellen
durchgeführt z.B. „Mail-Art-Party" Gemeentehui, Leopoldsburg, 1979;
Gallery Ruimte z, Antwerpen, 1980 (with emphasis on indirect correspondence and
Mail-Art by children); I.C.C., Antwerpen, ’80; VUB, Brussel, etc.
6. Und hier aufmerken: Schmeißt nichts weg! Habt Ihr Schwierigkeiten,
Nebenprodukte, was immer mit Mail-Art zu tun hat, zu verwahren (alte oder neue
Um-schläge, Postkarten, Dokumente, Zeitschriften u.s.w.) verbrenne es nicht!
Schicke es ans
The Administration Centre -42,292
Mail-Art Archive
Guy Bleus
P.O. Box 43
3830 Wellen
Belgium
---Guy Bleus
WAS IST DIE FRAGE? DA GIBT ES SICHERLICH KEINE ANTWORTEN.
Das Problem ist folgendes: Wird Mail-Art mit solcher Betrachtungsweise seine Kraft verlieren? Die Schönheit der Mail-Art liegt in dem Abenteuer, das sie hervorruft. Da gibt es einen ungesehenen Freund grad um die Ecke, von dessen Existenz wir nichts wußten. Das Herumsu-chen in solchen unbekannten Bereichen (des Planeten oder der Denkweisen) ist gerade das, was uns bei unse-rem Medium hält. Wenn wir dieses Geheimnisvolle zu genau begründen, laufen wir Gefahr es zu verlieren.
Aber ich finde, je tiefer ich in dieses Medium ein-dringe, um so mehr Wunderbares finde ich. Das ist keine seichte Begründung hinterher, nach dem Entstehen der „New York Correspondance School of Art durch Ray Johnson. Mail-Art hat ein weites Feld von Menschen an-gezogen, die darin großzügig ihre Zeit und ihr Talent an-wandten. Jeder hat eine Geschichte zu erzählen, und zu-sammen fügt sich alles zu einer kulturell-sozialen Kunst-richtung und Bewegung. Ich finde, daß sich dieses faszi-nierend darstellt. Wenn wir dieses ignorieren, übersehen wir nicht nur eine seltene Gelegenheit, die gemeinsame Richtung selbst abzuschecken, sondern auch unser eige-nes Verhältnis dazu.
John Held, Jr.
Friedhelm Schulz c/o Mail-Art-Museum
An der Kirche 12
37574 Einbeck
Germany
22. Februar 1998
Liebe Carol,
seit ewig habe ich nichts von Dir gehört, und ich hoffe, daß es Dir gut
geht! Aber immer, wenn ich Deinen Namen auf irgendeiner Liste fand, sah ich
auch Dein Bildchen mit den beiden Zöpfen vor mir und habe dann Dein schönes
Photobuch in Erinnerung, das mir ja privat gehört.
Du bist privat, ich bin privat, und niemand ist privat: wir sind alle
aufgelistet und kalkuliert und gehören zu einer offiziellen Sprache, Nation,
Familie u.s.w. und dessen Geschichte.
Dieses Mal hörte ich von Dir ebenfalls nur indirekt über ein Statement von John
Held mit Deinem Brief über Mail-Art, weswegen ich dir jetzt auch schreibe.
Wenn Du Lust hast, meinen beiliegenden Essay „Kunst als Existenzsignal" zu
lesen, wirst Du bei mir eine ähnliche etwas differenzierte Auffassung von
Mail-Art finden, wie Du sie vertrittst, als eine hauptsächlich private Kommunikation.
Ich schrieb den Aufsatz für ein Buch über Mail-Art zwischen Ost und West.
Mein Mail-Art Archiv wurde verwüstet. Alle Archivboxen - so etwa 150 oder
mehr - wurden draußen in einer Scheune ausgeschüttet, zertrampelt und
Schubkarren fuhren darüber, und ich brauchte über sechs Monate, in denen ich
alle paar Tage eine Plastikwanne voll Papiere in mein Zimmer holte und jedes
Stück reinigte und trocknete. Meist war es nicht mehr möglich, das Datum und
oft sogar den Namen zu ermitteln. Ich packte erstmal alles in etwa 30 große
chinesische Plastiktaschen mit Reißverschluß.
Deswegen renoviere ich im Augenblick mein Haus und will das Museum mit einem
ganz neuen Konzept wieder einrichten - und zwar jetzt unter dem Thema:
„Philosophie in der Mail-Art" oder „Mail-Art als Philosophie", - und
ich bin gerade dabei, dafür den blauen Zettel von John Held mit Deinem und
seinem Statement und dem von Guy Bleus aus dem Englischen ins Deutsche zu
übersetzen; denn im Gegensatz zu Dir und zu John sehe ich keinen disjunktiven
Gegensatz z.B. zwischen „Administrations Centre" oder „Global Mail"
und Carol Stetser, sondern im Gegenteil als die Philosophie oder die
Grundschwierigkeit menschlicher Existenz überhaupt.
Um diesen Grundgedanken zu entwickeln, sollte ich am besten hier schon bei Adam
und Eva im Paradies beginnen, aber ich bringe diese wunderschöne
Genesisgeschichte erst am Ende. Aber das Problem, wovon Du und John sprecht,
ist in der Tat so alt wie die Menschheit, seit sie eine Sprache hat und man
begann, Weisheit, Glaube und Kunst zu unterscheiden, was am Anfang menschlicher
Kultur wohl noch alles zusammengehörte.
Du solltest froh sein, kein Deutsch zu sprechen, sonst müßtest Du jetzt
hunderte von Seiten mit hochkompliziertem Text lesen, welchen ich niemals ins
Englische übersetzen könnte; und ich fand auch niemand, selbst bei den
deutsch-amerikanischen Studenten in der Uni Göttingen nicht, der das übersetzen
könnte. So findet meine Korrespondenz über das Thema nur in deutscher Sprache
statt.
Aber ich will versuchen, den Grundgedanken in meinem einfachen Englisch
deutlich zu machen so gut es geht.
Mein Mail-Art Museum ist damit eigentlich virtuell und ein Museum seiner selbst
als Darstellung seiner Problematik.
Es wird zwei Gegenpole haben: Den ersten nenne ich „Die Skyline der
Mail-Art." Da betone ich an Beispielen alle Richtungen, Ideen, Intentionen
und politische Trends, wie sie zur Zeit aktuell auf meinem Tisch liegen, - aber
mit dem Hinweis als Idee, daß die eigentliche „Skyline der Mail-Art"
überall nur da real ist, wo immer Mail-Art in der Welt stattfindet.
Der andere Pol ist ein besonderer Raum ganz am Ende, und er heißt „Museum zur
billigen Erstarrnis", in Anlehnung und Erinnerung an den DADAisten Carl
Einstein. In diesem Raum tanzt eine lebensgroße, weibliche Puppe aus Holz,
Eisen, Elektromotoren, Relais, Magneten, Lampen und viel Elektrodrähten, - mit
dem Namen „Paroxism de la Douleur", in Erinnerung an den DADAisten Francis
Picabia, der ein Bild mit dem Namen „Paroxime de la Douleur" gemalt hat. Dort
wird sich ebenfalls ein „Prokrustebett" befinden.
(Fußnote: Ein »Prokrustebett« ist eine altgriechische Allegorie; dieses Bett
wird dadurch immer auf eine passende Größe gebracht, indem man alle Körperteile
des Menschen, der darinliegt, abschneidet.)
Derart wird die Polarität also nicht Leben und Friedhof sein, wie es Guy Bleus
empfindet, sondern auf der einen Seite das Leben (wozu auch der Tod gehört) und
auf der anderen Seite „Die billige Erstarrnis" als die Form von jedem
Ismus als Dogmatismus.
Ich versuche diesen Gegensatz zuerst am Beispiel von Sprache und Grammatik
zu verstehen: Die Menschen haben eine Million Jahre gesprochen, ohne von einer
Grammatik zu wissen. Ebenso lernt jedes Kind in drei bis vier Jahren zu
sprechen, ohne etwas von Grammatik wie Subjekt, Objekt, Prädikat u.s.w. zu
kennen, und das Kind spricht besser, als ich es nach sechs Jahren
Englischunterricht - mit viel Grammatik - kann.
Nach einer Million Jahren entdeckte der Mensch die Grammatik (Aristarchos von
Samotrake -217 to -145 .Chr. und Aristophanes von Byzantion -180 .Chr.
begründet die wissenschaftliche Grammatik), und nachdem ein Kind normal
sprechen kann, lernt es in der Schule vom Lehrer, daß man nur sprechen kann,
wenn man auch die Grammatik kennt und anwendet.
Man könnte nun sagen, Sprechen ist privat; und Grammatik ist ein öffentliches
oder offizielles Gesetz mit den künstlich gemachten Kriterien Falsch und
Richtig; und in der Schule oft sogar mit den Kriterien Gut und Böse.( Wenn ein
Kind hartnäckig falsch spricht, nennt man es böse.)
Man könnte theoretisch sagen, ich brauche, um das zu sagen, was ich will, keine
Gesetze und Regeln.
Man könnte sagen: "Grammatik ist Inquisition und Gesinnungskontrolle und
das Ende der Freiheit, so zu sprechen, wie man will, und es ist eine Trennung
von der Wurzel, aus der die Sprache entstanden ist."
Und in der Tat, nachdem die Menschheit die Grammatik fand, mußte sie ein
Paradies von sprachlicher Freiheit verlassen. Nachdem vor nur (ungefähr) 400
Jahren die Sprachen in Europa ihre jeweilige Grammatik herausfanden, wurden sie
für immer voneinander getrennt in Französisch, Italienisch, Holländisch,
Dänisch, Norwegisch, Schwedisch oder Deutsch. Und es ist eine Tatsache, daß das
gleiche Phänomen auch bei der Begründung der Wissenschaften mit deren Kriterien
von Falsch und Richtig bestimmter Strukturen nachweisbar ist, (wir können
Inhalte eben nicht ohne Form erkennen oder mitteilen, wo wir aber den Inhalt in
der Form suchen, auf solche zurückführen oder beides gleichsetzen wollen, wie
die französischen Strukturalisten, wird es Aberglaube.) nicht anders ist es bei
der Begründung der Theologie mit der Ethik von Gut und Böse und wie es auch bei
der Ästhetik mit den Kriterien von Schön und Häßlich bzw. Gut und Schlecht (man
sagt dann „nichtschlecht" bzw. „nichtgut"). Sowohl der Vergleich
naturwissenschaftlicher Gesetze mit denen der Grammatik wie auch die genannten
Argumente gegen eine Grammatik scheinen zwar auf den ersten Blick absurd, aber
sie weisen deutlich auf ein noch unverstandenes Grundproblem jeder Kultur und
Zivilisation, jeder Religion und Wissenschaft - und auch der Kunst.
Mit all dem mußten wir jeweils ein Paradies von Freiheit und Unbefangenheit
verlassen.
Ich fing mit der Mail-Art an, als ich in Berlin mal wieder in großen
Schwierigkeiten war: Mein Atelier wurde mehr als sechs Mal aufgebrochen und
verwüstet, es wurde Feuer gelegt und die Feuerwehr zerstörte mit ihrem Wasser
meine Bilder, Ich verlor meine Familie, meine Freunde und meine Arbeit. Die
Reifen am Auto wurden aufgestochen, die Bremsleitung durchgeschnitten, die
Radschrauben gelockert und auf der autobahn verlor ich ein Rad, und ich hatte
unwahrscheinliches Glück, keinen Unfall zu haben. Es war mir zu der Zeit
plötzlich nicht mehr möglich, Ausstellungen zu machen. Zu der Zeit erkannte ich
die Zusammenhänge nicht: Es war, weil ich über ein schmutziges Senatsgeschäft
Aufsätze veröffentlichte. Sie müssen mich töten, unglaubwürdig machen und an
weiteren Untersuchungen und Veröffentlichungen hindern. Dies alles gehörte noch
mit zu den krankhaften Auswüchsen des Kalten Krieges.
Ich startete meine erste Copy-Art- und Mail-Art-Aktion, hauptsächlich um
Freunde zu finden oder zumindest etwas Öffentlichkeit, und ich bekam über
tausend Briefe zu meiner Frage: „Was ist Glaube, Wissen und Phantasie?"
und ich war sehr dankbar, aber ich konnte aus finanziellen Gründen nicht alle
Briefe beantworten. Mit meinem letzten Geld machte ich eine große Ausstellung
in New York und dann in Berlin.
Schon in Berlin ging es mit den Schwierigkeiten weiter - und eine versprochene
und geplante Ausstellung in Düsseldorf wäre ein Fiasko geworden. In Berlin
bekam ich von 6 versprochenen Ausstellungsräumen, die ich gebraucht hätte,
plötzlich nur drei kleine und in einer Fernsehsendung wurde mein Name im
letzten Augenblick gestrichen. Aber schon vorher kam ein Mail-Artist und machte
mir klar: „Du kannst Mail-Art nicht einfach so starten; Du mußt klein anfangen,
Du mußt eine bestimmte Art von Sexualität machen, und Mail-Art ist nichts für
Christen.
Meine Gegenantwort ist, daß Mail-Art so frei ist wie Jazz, wo die Jackson
singen darf „Oh my LORD" und Armstrong „Icecream", solange Du keinen
anderen diskriminierst.
Aber dies sind bereits zwei (sich widersprechende) Regeln der Mail-Art
innerhalb der Mail-Art. Du siehst den Teufel im Paradies: und er hat nicht das
Gesicht der einen oder der anderen Regel, sondern das Problem ist ganz
grundsätzlich: denn auch wenn Du sagst, „keine Regel!" so ist dieses
bereits eine Regel. Und Du weißt, daß auch das Chaos und die Entropie nach Regeln
abläuft. Das hochkomplizierte Phänomen beginnt, wenn Du einen Namen gibst,
wobei der Bezug und Unterschied von Name und Begriff einerseits einfach ist und
andererseits die ganze Problematik menschlicher Existenz beinhaltet.
Aber für mich gehören jene beiden Regeln zur Skyline. Wenn mich ein
französischer oder italienischer Mail-Artist provoziert: "Ich will deine
Frau ficken," dann gehört das zur Skyline der Mail-Art, aber das ist nicht
die ganze Skyline. Wenn jemand versucht, aus der Mail-Art eine ideologische
Sekte zu machen, dann ist dieses nicht die ganze Skyline, aber es gehört dazu.
Wenn Guy Bleus all diese Tendenzen registriert, dann ist das sehr wichtig und
das Administrations Centre gehört damit zur Skyline der Mail-Art. Und Dein
Manifest, Carol, gehört zur Skyline an einem guten Platz ( mit einer deutschen
Übersetzung.)
Du verstehst, für mich steht diese Skyline der Mail-Art in Bezug zur Sprache
und zum normalen Leben wie zur Religion und Kunst und „DIE BILLIGE
ERSTARRNIS" vergleiche ich mit der Grammatik, mit Wissenschaft, Theologie
und den Kunstwissenschaften, wo immer sie zum Dogma werden.
Aber dies ist noch nicht die Philosophie der Mail-Art und meines Museums. (Aber habe keine Angst, ich werde nicht von einer Tendenz oder Ideologie sprechen, wie Mail-Art zu sein hat, oder wie das Leben oder die Kunst zu sein hat. Ich will PAROXISM DE LA DOULEUR und das PROKRUSTEBETT im MUSEUM ZUR BILLIGEN ERSTARRNIS interpretieren.
Ich bin ja kein Gegner der Wissenschaften, der Theologie und der
Kunstwissenschaft und weder ein Feind der Sprache noch der Grammatik. Ich wäre
froh, die englische Grammatik besser zu beherrschen.
Ich denke, Grammatik ist richtig und wichtig. Was ich von meinem Lehrer über
Subjekt und Prädikat z.B. in dem Satz „Dies ist ein Tisch." lernte, war
schon richtig. Ich habe viel über das Phänomen der Sprache gelesen, und ich
weiß, daß die amerikanischen Philosophen in der analythischen Sprachphilosophie
führend sind. Aber ich weiß sicher, daß mein Lehrer nicht verstand, was das
eigentlich bedeutet Subjekt und Prädikat. Und ich fürchte, daß da auch kein
Philosoph, - auch nicht in den USA - dies versteht und sagen könnte, was
Subjekt und Prädikat in dem Satz „Die ist ein Tisch." bedeutet. Und das
wenige, was die Menschheit bisher darüber wissen oder mehr vermuten kann, ist
so kompliziert, daß kein normaler Mensch dies verstehen könnte und erst recht
kein Kind, das zu sprechen beginnt.
Die einfachen Regeln, die ich in der Schule lernte, sind ja OK, sie sind
richtig und brauchbar - aber eben nur Vereinfachungen und Annäherungen an das,
wie Sprache tatsächlich funktioniert.
Und dabei ist die Sprache selbst und sind alle Wörter ebenfalls nur eine
Grammatik meines Denkens und nur eine Annäherung an das, was ich sagen möchte.
Das Gleiche gilt für die Wissenschaften, für alle Theologie und
Kunstwissenschaft; es sind Annäherungen an unser Fühlen und Denken und an
unsere Welt.
Ich fragte in der Mail-Art und ich fragte viele deutsche Philosophen: „Wo sind
die Farben?" ohne eine Antwort zu bekommen. Keiner weiß dies.
Würdest Du einen Vogel begleiten, der in 15 Minuten über alle Grenzen von
Deutschland, Frankreich, Luxenburg, Belgien nach Deutschland zurückfliegt,
könntest Du glauben, daß Sprachen und Nationen und deren Kulturen nichts als
künstliche Namen und Definitionen sind. Aber es ist nicht so einfach: so wie
die Naturgesetze durchaus etwas Reales bezeichnen, und man mit ihrer Hilfe
sowohl Waffen wie auch Werkzeuge herstellen kann, so ist sicher die
unterschiedliche Benennung der Menschen als Franzosen, Deutsche, Belgier u s w
die Ursache für 2000 Jahre endloser Kriege, wie andererseits die Grammatik die
Möglichkeit bedeutet, die eine Sprache in die andere zu übersetzen.
Die Gesetze vom grammatikalischen, wissenschaftlichen, theologischen und
kunsttheoretischen Wissen, wie wir es nennen, sind korrekt, nützlich, brauchbar
und notwendig, sie sind OK, richtig und praktisch. Aber ganz sicher, natürlich
und zweifellos werden all diese Regeln und auch alle Wörter falsch, wenn ich
sie als Wahrheit dogmatisiere, wenn ich als Wahrheit an sie glaube.
Du weißt, daß die deutschen Nazis und nahezu alle Deutschen an Wissenschaft und
Darwinismus glaubten und darüber ihre Menschlichkeit, und selbst das Gefühl für
Ästhetik und die Basis von Zivilisiertheit verloren.
Wenn der Mensch irgend ein Naturgesetz erkennt, wie z.B. die Rolle des Menschen
in der Gesellschaft oder Natur, - also nicht nur den Vorgang einer Armbewegung,
- dann ist es durchaus notwendig, solches zu bedenken und zu verstehen, aber
dieses dann für die Wahrheit zu nehmen und zu glauben, wäre ein Fehler, wenn er
nicht reflektiert, daß so wie die Grammatik zur Sprache auch jedes Naturgesetz
nur eine menschliche Erkenntnis und nur Annäherung ist; das bedeutet - und dies
ist besonders für Deutsche eine wichtige Unterscheidung - man muß zwar
Wissenschaft denken und verstehen - aber man darf nicht daran glauben, denn es
könnte zu einem Moloch und Götzen und zu einem peinlichen wie katastrophalen
Aberglauben werden, wenn ich einerseits den Menschen wie einen Roboter oder wie
eine Maschine sehe und andererseits ich selbst in meinem Tun und Handeln nur
noch mechanisch ohne Gefühl und Verantwortung reagiere wie ein richtiger
Roboter; und, - bitte verstehe das folgende nicht als Blasphemie! - in der
gleichen Weise kann nicht nur Wissenschaft, sondern auch Theologie (wie wir es
in unseren Tagen im Islam erleben) zu einer Art automatisierter Religion werden
(Theologie ist nicht Religion!), und ebenso kann auch Kunstwissenschaft zu
einer gleichen Sozialkrankheit werden, und vorstellbar sind weit schlimmere
Entgleisungen, als wir sie in unserem Jahrhundert erlebten.
Aber ich bin optimistisch und liebe Wissenschaft, Theologie und Kunstwissenschaft,
und sie sollten eher noch mehr und intensiver betrieben werden.
Und dieses ist noch nicht der Hauptpunkt und das Thema des Museums.
Mit der Anwendung und Realisation, die auf solcher modernen Einsicht basiert,
vollzogen unsere Zivilisation und die moderne Kunst eine Bifurkation, d.h. sie
gingen unterschiedliche Wege oder Richtungen. (Zeichnung)
Zum Objekt, zur Objektivität streben Wissenschaft, Theologie und
Kunstwissenschaft
Die moderne Kunst strebt zum Subjekt und zum Subjektiven.
Mit sehr einfachen Worten bedeutet dies: Mit der Wissenschaft bauen wir
Maschinen, machen Politik, Polizei, medizinische Versorgung, Post, Justiz,
Schulen und Schulbücher, künstliche Sozialeinrichtungen wie Geld, wie die
Einrichtung von Führungsinstanzen gegenüber Angestellten und Arbeitern in
Verwaltung und Firmen u.s.w.. Mit der Theologie strukturieren wir Kirchen und
Konfessionen mit deren Kriterien Gut und Böse, mit den Kunstwissenschaften
strukturieren wir Museen, Galerien, Kunstschulen und den Kunstmarkt. All das
ist gut, denke ich, es ist unsere Zivilisation und unsere kulturelle
Infrastruktur, worauf wir stolz sein können.
Aber selbst dann, wenn all dieses ideal und perfekt und ohne Fehler und
Ungerechtigkeit wäre sowie ohne Diskriminierungen menschlicher Grundwerte, so
würde es dennoch zu einem »Prokrustebett«, wenn es zu einer Doktrin würde, der
ich mich unterordnen müßte und wobei ich mein Denken und Fühlen unterordnen und
zu dieser künstlichen Struktur deformieren müßte. Und selbst wenn dort dann
eine künstliche Carol Stetser geschaffen würde, vielleicht hübscher, noch mehr
sexy, intelligent und stärker als Du (ich würde es zwar kaufen), aber als Dein
Kleid, Deine Haut oder Dein Panzer würdest Du darin sterben; Du wärst nicht Du
und nicht Eva und nicht die Wahrheit und nicht reales Leben. All das nenne ich
in der Intention Nicht-Kunst. Dahinter steht die große Frage: „Was tun wir
eigentlich, wenn wir die ganze Welt in diesem Sinne unserer Erkenntnis verändern?
Wie weit ist jede Maschine eine besondere Art von Dogmatismus, wenn ich der
Gebrauchsanweisung folgen muß? (Ich habe keine andere, und da gibt es auch
keine andere einfache Antwort in Bezug auf diesen Unterschied von Sozialisation
und Indoktrination, von Kultur und „billiger Erstarrnis", von Erziehung
und Dressur als die jeweils eigene Freiheit, Unabhängigkeit, Autonomie und
Souveränität des Menschen. Aber auch das sind nur Worte, und nur Behauptungen,
und ich liebe die biblische Schöpfungsgeschichte, weil sie zeigt, daß bereits
die frühesten Kulturen der Menschheit in Ur und Ägypten die Problematik
verstanden, daß die Menschheit mit dem Beginn von Sprache und Wissenschaft das
Paradies und die Unbefangenheit verloren.)
Die moderne Kunst, beginnend etwa mit den Impressionisten Manet und Cesannes,
und dann ausgeprägt besonders mit DADA und ebenfalls Mail-Art, ging intuitiv
eine andere Richtung von Handlung oder Aktion. Diese Unterscheidung von Kunst
und Nichtkunst ist etwas anders und vielleicht mehr radikal als die von John
Held. Er unterscheidet Kunst und Nichtkunst, bzw. Künstler und Nichtkünstler im
Kontext innerhalb des Kunstbetriebes und der Kunstdiskussion.
Diese andere Richtung in der modernen Malerei, im Jazz und in der Mail-Art
versucht hinter aller Doktrin der Politik, der Schule, der Technik, der
Kirchen, der scheinbaren Wahrheiten, hinter dem Staat und seiner offiziellen
Logik, hinter dem Kunstmarkt und seinen Kriterien, hinter der Moral und der
Sprache und allen Ismen (all das nenne ich Grammatik) das Subjekt
wiederzufinden oder zu halten. Es ist eine intuitive Reaktion ohne Systematik.
Bei DADA war dies eine Reaktion gegen die offizielle Logik des 1. Weltkrieges,
als Millionen Leute in Berlin und Paris Schlange standen, um die gegenseitig umbringen
zu dürfen.
Aber die moderne Kunst ist damit nicht etwa gegen die alte Kunst oder gegen
Zivilisation, Sprache, Grammatik - und ist kein Feind der Wissenschaft oder
Technik und ist nicht Opposition gegen den Staat und ist auch nicht in der Lage
oder willens, das Defizit in Sprache, Wissenschaft, Theologie u.s.w. zu
korrigieren, dieses wäre dann nur eine andere Sprache, eine andere
Wissenschaft, ein anderer Staat mit dem gleichen Grundproblem.
Den Unterschied zu all dem kannst Du vielleicht fühlen, wenn Du die
Kunstwissenschaft in einem Museum vergleichst mit der Situation eines Künstlers
vor der leeren Leinwand: Jede Wissenschaft und Kunstwissenschaft geht in der
gleichen Weise wie die Grammatik von Objekten, Bildern oder einer Sprache aus,
wie auch die Theologie von einer Religion, von etwas Objektivem also, was
bereits mit den jeweiligen Gesetzmäßigkeiten dort draußen außerhalb des
Menschen existiert und ist damit von außen also fremdbestimmt. (Fußnote: Dies
ist natürlich nicht ganz korrekt, aber es ist die normale Disposition von
Wissenschaftlichkeit in der Voraussetzung, z.B. ein Tisch oder irgend ein
Gegenstand der Welt bestehe mit allem anderen außerhalb von mir als die
Außenwelt mit deren Gesetzen. Deswegen sagt man fremdbestimmt. Man sagt, daß die
Wahrheit über den Mond auf dem Mond und die Wahrheit über ein Atom in dem
Atom selbst zu suchen ist. Für die Forschung ist diese Disposition OK. Aber
natürlich sind auch solche Wahrheiten immer nur menschliche Projektionen. Wenn
Du an Naturgesetze als die Wahrheit der Außenwelt glaubst, liegst Du falsch.
Während unseres irdischen Lebens werden wir niemals wissen, was und wie etwas
außerhalb von uns existiert. Das ist seit Kant * 22.4.1724 in Königsberg, =
12.2. 1804. bewiesen.)
Im Unterschied zu einer derart fremdbestimmten wissenschaftlich fundierten
Umsetzung in der Technik, in Medizin, Rechtsprechung wie in der Politik u.s.w.
geht die normale menschliche Handlung wie auch das Sprechen ebenso wie die
Handlung eines Künstlers vor der leeren Leinwand nicht gehorsam von dem aus,
was bereits existiert. Man macht oder sagt etwas Neues und zwar selbstbestimmt.
(???)
In der gleichen Weise vereinfacht zwar demonstriert aber ein anderer Vergleich
die Schwierigkeit solcher Unterscheidung viel besser:
1. Die Bewegung einer Maschine mit Motor, Elektrizität, Schalter und Software
wie meine Puppe „PAROXISM DE LA DOULEUR".
2. Deine Armbewegung, wann und wie Du es willst.
(Zu 1.) Die Bewegung der Maschine ist zu 100% von physikalischen Gesetzen
fremdbestimmt.
(Zu 2.) Die Bewegung Deines Armes (in gleicher Weise, wie ich diesen Brief
schreibe) ist zu 100% selbstbestimmt, weil Du es willst, (weil ich es will).
Dies ist sicher.
Aber zugleich ist Dein Arm dennoch zu 100% auch fremdbestimmt von den Gesetzen
der Knochen, Muskeln, der Schwerkraft u.s.w.; aber nicht nur das: Z.B. ist mein
Brief an Dich, an Carol Stetser, in gleicher Weise auch zu 100% durch Dich
fremdbestimmt, und zwar wegen Deines Briefes an John Held. So ist dieser Brief
zu 200% - mehr als die Maschine - durch etwas Fremdes verursacht.
Jeder weiß natürlich, daß die Antwort über Freisein noch weit schwieriger und
vielschichtiger ist, als die obige Antinomie von Naturgesetz und freiem Willen,
(was bis heute auch von Wissenschaft, Philosophie, Theologie und Kunsttheorie
nicht verstanden werden konnte: ist z B der individuelle Stil eines Künstler,
dessen Nachweis auf dem trivialen Kunstmarkt als das Hauptkriterium der
Qualität gilt, durch die Natur des Künstlers - in Opposition zu seiner Freiheit
- determiniert?) wogegen es gerade die Vielschichtigkeit und die Vielzahl der
Werte und Verantwortlichkeiten sind, die weit mehr als zu jenen 200% die
Qualität einer Kultur einer freien Gesellschaft ausmachen und die nach solcher
simplen Rechnung gerade die freie Handlung des Menschen zu viel mehr als zu
1000% bestimmen, wenn man nur an die Zehn Gebote denkt, ohne die tausend
Gründe, durch die eben nur eine freie Entscheidung bestimmt werden kann und ja
auch bestimmt wird, wodurch die Freiheit ja nicht aufgehoben wird. So kann auch
erst recht jede Definition von Mail-Art und DADA und jeder freien Handlung des
Menschen nur eine Vereinfachung sein kann.
Ich denke, die moderne Kunst bis DADA und heute war nur erst ein intuitiver
erster Schritt zu einem neuen Seinsverständnis. Mail-Art kann ein nächster
Schritt sein: Keiner benötigt irgend eine komplizierte Theorie, um Mail-Art zu
machen. Du kannst nichts falsch machen. Ich würde mich freuen, wenn jeder
Mensch in der Welt von solcher Möglichkeit wüßte, Freundschaft, Freundlichkeit
und Antworten zu bekommen. Mail-Art ist gewissermaßen ein Paradies, und ich
verstehe deinen Ärger und Deine Befürchtung sehr gut, daß wir dieses Paradies
freier Kommunikation und Freundschaft verlieren, wenn wir versuchen, Mail-Art
als Teil des modernen Kunstbetriebes zu verstehen oder zu definieren.
Andererseits kannst Du natürlich nicht verhindern, daß man über dieses Phänomen
nachdenkt. Es gibt hundert Bücher über Mail-Art. Du kannst nicht verbieten zu
denken oder solche Bücher zu lesen - in der Art etwa, wie die katholische
Kirche ihren Index hat, oder wie Hitler, der bestimmte Bücher verbrennen ließ,
oder wie in der einstigen DDR eine bestimmte Literatur und Musik verboten war.
Mail-Art würde zu einem Gefängnis und zu einem absurden Kuriosum, - zu einer
Doktrin..
Ich denke, Mail-Art kann dieses verkraften.
Der nächste Schritt moderner Kunst kann eben nur sein, dieses Verstehen zu
verstehen, wenn wir nicht - wie eine Maschine - nur noch unsere Großmütter und
Großväter bei DADA und den ersten Mail-Artisten nachmachen und reproduzieren
und variieren wollen, aber eben ein Verstehen in diese andere Richtung. Aber
wie ein Kind keine Grammatik zum Sprechen braucht, ist ein solches Wissen nicht
notwendig, um richtige Mail-Art zu machen.
Ich hörte in Berlin, Kopenhagen und selbst in Casablanca eine Menge guten Jazz.
Ganz in Übereinstimmung mit John Held sage ich, es ist ein Vergnügen. Ich habe
nie einen berühmten Star gehört. Und nur wenige von allen Jazzmusikern sind
Stars geworden. Und dies ist auch nicht der Sinn von Jazz. Aber das Bestreben,
berühmt zu werden, existiert auch im Jazz und sicher auch in der Mail-Art.
Mail-Art kann auch dieses tolerieren
Und nun zum Schluß: Das Verhältnis von Wissen und Leben korrespondiert in
mancher Weise mit dem von Kunsttheorie und Kunst, von Theologie und Religion,
aber eben nicht komplementär, weil es gar nicht zu trennen ist.
Komplementär wäre eine Theorie, die das Manko jeder Theorie ausgleicht.
Vielleicht könntest Du sagen, als Gegenpol zu einem Leben, daß von
Wissenschaft, Technik und Theorie dominiert und überwuchert und von tausend
Regeln, Sachzwängen und Gesetzen eingemauert ist, sei dort nur das
Kunstgeschehen selbst das Komplementär als die andersartige Reaktion,
vielleicht als ein Spiegel oder Seismograph der Gefahr im Hintergrund von
allem, nämlich zu einer Puppe oder zum Opfer des Prokrustebett zu werden, - in
der Tat ist moderne Kunst so etwas und kann das Gefühl der eigenen Möglichkeit
vermitteln, etwas Selbstbestimmtes zu tun.
Mit diesem Aspekt zeige ich die Skyline der Mail-Art in der Relation mit der
Gefahr der ERSTARRUNG, der PAROXISM DE LA DOULEUR und dem PROKRUSTEBETT im
Hintergrund unserer Kultur und unseres Lebens.
Aber eines ist sicher, da wird es als Komplementär zu unserem Wissen nie eine
Theorie oder irgend ein anderes Programm, eine andere Wissenschaft, eine andere
Theologie und auch kein Kunstwerk oder irgend ein Ismus irgend einer Kunst
geben, gleichgültig in welcher Weise. Das einzige und natürliche Komplementär
zu allem Wissen ist immer nur die einzelne menschliche Existenz, die etwas
weiß, mit und durch ihr Selbstbewußtsein, wenn sie auf sich selbst und auf das
Wissen reflektiert, das in ihr ist.
Deswegen kann dieser Brief keine philosophische Antwort für oder gegen
irgendeine Kunsttheorie, Philosophie oder Theologie innerhalb und mit deren
Argumentationsregeln sein. Ich versuche solches in meinem Brief an den
Mail-Artisten Birger Jesch, an Kornelia Röder mit dem Thema „Der Künstler an
das Museum", in meinem Brief an den Philosophen Gerold Prauss und an den
Theologen Pfarrer Metz. Und ich hoffe, daß in ein paar Jahren auch innerhalb
von Mail-Art und Internet eine ernstzunehmende Position gegen den
Strukturalismus, Empirismus und Materialismus vertreten wird. Nur dann, wenn
nur außerhalb der Kunst und nur außerhalb der Mail-Art über diese Medien
nachgedacht wird, besteht die Gefahr einer Mißdeutung und deren irritierender
Einfluß.
In Deinem Brief an John sagtest Du, man kann nicht über Liebe reden, wenn man
Liebe macht. Ich weiß nicht. Du kannst und Du mußt sprechen, wenn Du über die
Sprache sprichst. Trotzdem bin ich Deiner Meinung, insofern als der tiefere
Sinn bedeutet, daß alles, was immer Du über die Liebe, das Leben, die Religion,
die Sprache oder über die Kunst und Mail-Art sagst, etwas anderes ist als
Liebe, Leben, Sprache, Kunst oder Mail-Art. Und das ist genau das, was ich
sagen will: Es wird keine Theorie geben können, die beides unterscheiden kann.
Trotzdem ist jede menschliche Handlung verknüpft und abhängig von unserer Erkenntnis
wie meine Identität von meinem Körper abhängig ist. Zwischen beiden liegt die
ganze Welt alles Wissen aller Gegenwart und Zukunft.
Wie auch immer, - dieser winzige Augenblick der Selbstreflexion einer Millisekunde, das kurze Heben der Augenbrauen mit einer Stirnfalte erscheint sehr unscheinbar und wenig, zu kurz, zu winzig, als Gegengewicht zu der großen Maschine des kosmischen Weltgeschehens, der Erdgeschichte, unserer Weltordnung und auch zu fragil gegenüber den Sachzwängen des alltäglichen Lebens. Vielleicht kann ich die Aufdringlichkeit grammatischer Vorschriften ignorieren und vergessen, wenn ich mich unterhalte, ohne an Grammatik zu denken, aber gegenüber den Naturgesetzen - und selbst dem Staat gegenüber - erscheine ich als nichts von Bedeutung und Gültigkeit. Wenn andere mich und mein Selbst wie eine Unwichtigkeit und Ungültigkeit sehen, dann ist das die „PAROXIME DE LA DOULEUR", der Gipfel an Schmerz. Aber wenn ich beginne, mich selbst als Nichts zu sehen und zu empfinden, das ist PAROXISM, dann fühle ich Schmerz und Agonie nicht mehr, dann brauche ich persönlich meinen Gott ohne irgend eine Erklärung und Theologie. Ich sehe die Türme der Kathedralen oder die Minarets wie Fingerzeige zu der größten Macht, woher ich meine Gültigkeit habe; - und Du siehst, beides, sowohl diese Bedeutung wie auch meine eigene Wirklichkeit wäre niemals irgendwo da draußen in der Kathedrale, auf einem Kunstwerk oder in einem Brief als irgend ein reales Objekt zu finden, weder mit dem Mikroskop noch mit tausend Instrumenten und auch mit keinem Skalpell irgendwo in mir selbst. Dennoch ist es das einzig Reale und Gültige des Menschen - und nicht nur das Gegengewicht natürlich.
Ich hoffe, Du akzeptierst meinen Brief als Mail-Art und deswegen als Ausnahme
und ich hoffe auf eine gnädige Reaktion von Dir.
Friedhelm
PS.:Und hier findest Du die älteste Theorie über das Thema. Und wenn Du ein paar seiten weiterliest, kannst Du sehen, aus welchen schlimmen Verhältnissen wir kommen:
V8 Und Gott der HERR pflanzte einen Garten in Eden gegen Osten hin und
setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte.
V9 Und Gott der HERR ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, verlockend
anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und
den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.
V15 Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, daß
er ihn bebaute und bewahrte.
V16 Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen
Bäumen im Garten,
V17 aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen;
denn an dem Tage, da du von ihm issest, mußt du des Todes sterben.
V18 Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein
sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei.
V19 Und Gott der HERR machte aus Erde alle die Tiere auf dem Felde und alle die
Vögel unter dem Himmel und brachte sie zu dem Menschen, daß er sähe, wie er sie
nennte; denn wie der Mensch jedes Tier nennen würde, so sollte es heißen.
V20 Und der Mensch gab einem jeden Vieh und Vogel unter dem Himmel und Tier auf
dem Felde seinen Namen; aber für den Menschen ward keine Gehilfin gefunden, die
um ihn wäre.
V21 Da ließ Gott der HERR einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er
schlief ein. Und er nahm eine seiner Rippen und schloß die Stelle mit Fleisch.
V22 Und Gott der HERR baute ein Weib aus der Rippe, die er von dem Menschen
nahm, und brachte sie zu ihm.
V23 Da sprach der Mensch: Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von
meinem Fleisch; man wird sie Männin nennen, weil sie vom Manne genommen ist.
V24 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem
Weibe anhangen, und sie werden sein ein Fleisch.
V25 Und sie waren beide nackt, der Mensch und sein Weib, und schämten sich
nicht.
Der Sündenfall
Aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der
HERR gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott gesagt haben: ihr
sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten?
V2 Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im
Garten;
V3 aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset
nicht davon, rühret sie auch nicht an, daß ihr nicht sterbet!
V4 Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben,
V5 sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esset, werden eure Augen
aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.
V6 Und das Weib sah, daß von dem Baum gut zu essen wäre und daß er eine Lust
für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der
Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon, und er aß.
V7 Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, daß
sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich
Schurze.
V8 Und sie hörten Gott den HERRN, wie er im Garten ging, als der Tag kühl
geworden war. Und Adam versteckte sich mit seinem Weibe vor dem Angesicht
Gottes des HERRN unter den Bäumen im Garten.
V9 Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du?
V10 Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin
nackt, darum versteckte ich mich.
V11 Und er sprach: Wer hat dir gesagt, daß du nackt bist? Hast du nicht
gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot, du solltest nicht davon essen?
V12 Da sprach Adam: Das Weib, das du mir zugesellt hast, gab mir von dem Baum,
und ich aß.
V13 Da sprach Gott der HERR zum Weibe: Warum hast du das getan? Das Weib
sprach: Die Schlange betrog mich, so daß ich aß.
V14 Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du
verflucht, verstoßen aus allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem
Bauche sollst du kriechen und Erde fressen dein Leben lang.
V15 Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und
zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf
zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.
V16 Und zum Weibe sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du
schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll
nach deinem Manne sein, aber er soll dein Herr sein.
V17 Und zum Manne sprach er: Weil du gehorcht hast der Stimme deines Weibes und
gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon
essen -, verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du
dich von ihm nähren dein Leben lang.
V18 Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem
Felde essen.
V19 Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu
Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde
werden.
V20 Und Adam nannte sein Weib Eva; denn sie wurde die Mutter aller, die da
leben.
V21 Und Gott der HERR machte Adam und seinem Weibe Röcke von Fellen und zog sie
ihnen an.
V23 Da wies ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, daß er die Erde bebaute, von
der er genommen war.
V24 Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden die
Cherubim mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem
Baum des Lebens.